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blauer salon


Der Historische „Blaue Salon“

Im Gegensatz zum Geburtshaus bewegt man sich im Konzerthaus in einem weit öffentlicheren Raum, in dem dementsprechend die Begegnung mit dem „Star" und Geschäftsmann Liszt erfolgen soll. Analog zu der Möglichkeit heute im Foyerbereich des Konzerthauses Andenken erstehen zu können, sind es Aspekte wie Marketing, Merchandising und Starkult als feste Bestandteile des Virtuosentums des 19. Jahrhunderts, die eine direkte Verbindung zu unserer Gegenwart herstellen.
Im Zentrum wird eine besondere Form des Kults um Liszt zu sehen sein: der „Blaue Salon", jenes Zimmer im Wiener Schottenhof, in dem sich Liszt während seinen Besuchen bei den Verwandten viel aufgehalten hat und das seit seinem Tod bis heute eine Schatzkammer an Gedenk- und Kultobjekten darstellt. Ein Arrangement aus Möbeln aus dem „Blauen Salon", einem Bösendorfer-Flügel aus dem 19. Jahrhundert (aus dem Privatbesitz von Eduard Kutrowatz) sowie verschiedenen Gedenk- und Kultgegenständen sollen einen Blick in diese Schatzkammer möglich machen.


Salonkultur neu interpretiert

Was Franz Liszt Mitte des 19. Jahrhunderts in einer illustren Gesellschaft bedeutender künstlerischer und wissenschaftlicher Persönlichkeiten im Blauen Salon des Wiener Schottenhofs zelebrieren konnte, wird nun auch den Besuchern des Lisztzentrums ermöglicht ‒ in Raiding kann man sich zum kulturellen, philosophischen und musikalischen Gedankenaustausch treffen. Es war das besondere Anliegen der beiden Intendanten Johannes und Eduard Kutrowatz, anspruchsvolle Gesprächskultur und gehaltvolle Konversation im beinahe privaten Rahmen der Räume des Lisztzentrums zu ermöglichen, Austausch statt Weihrauch, Substanz statt Smalltalk. Im „kreativen Milieu" des neuen Blauen Salons werden Gäste in den Genuss kommen, in einem intimen Rahmen mit Virtuosen und Intendanten ins Gespräch zu kommen.
Die Idee wurde vom Designer Rainer Mutsch umgesetzt. Mutsch, gebürtig aus Donnerskirchen, und seit vielen Jahren mit seinen Entwürfen international höchst erfolgreich und ausgezeichnet, schuf für den neuen Blauen Salon ein außergewöhnliches Ambiente. Sein „Rocking Chair" oszilliert zwischen Design, Skulptur und Ergonomie, ein komfortables Sitzmöbel mit einer aufsehenerregenden Silhouette. Mit den an natürlichen Felsformationen angelehnten Sitzobjekten führt der Designer das architektonische Konzept des Liszt-Konzerthauses gewissermaßen fort und trägt der organischen Verwobenheit zwischen dem Inneren des Hauses und der umgebenden Landschaft des Gartens Rechnung. Der Gedanke des Architektenteams, dass der Park selbst zum Foyer werden kann und aktiv in den Konzertbetrieb eingebunden wird, wird vom Gestalter konsequent fortgesetzt – Ruhezonen, Verweilzonen mit einladenden Sitzmöbeln finden die Gäste nun auch draußen im Grünen.

(aus: Presse-Information Liszt-Haus Raiding)