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Raiding: Düstere Trauer und leuchtender Triumph (Helmut Christian Mayer 22.03.2011)

 

Es ist wohl einzigartig in der Musikgeschichte, das ein Orchesterwerk mit einem Schlagzeugsolo, einem düsteren Paukenwirbel beginnt. Aber die „Heldenklage“ von Franz Liszt, inspiriert von der grausamen Revolution von 1848, handelt von Trauer und Schmerz – und da ist die ungewöhnlich bevorzugte Verwendung von solistisch eingesetztem Schlagwerk wie auch dunklen Blechsequenzen durch den Komponisten logische Folge.

 

Ideal vermochte beim Liszt-Festival in Raiding die Wiener Akademie unter Martin Haselböck diese düstere Grundstimmung wie auch den späteren, leuchtenden Triumph zum Klingen zu bringen. Stimmungen, die auch bei der symphonischen Dichtung „Tasso“. Lamento e trionfo“ vorherrschen. (...) In der Fortsetzung des Zyklus „The Sound of Weimar“, bei dem sämtliche symphonischen Werke von Franz Liszt zur Aufführung gelangen, wurde jedoch immer spannungsgeladen, vital, mit leuchtendem Farbenreichtum und einem meist transparentem Klangbild musiziert.

 

Genauso konnte man auch die schwer fassliche symphonische Dichtung „Die Ideale“ hören. In dieser versuchte Liszt das gleichnamige, philosophische Gedicht von Friedrich Schiller in musikalische Bilder zu gießen. (...)