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Das Burgenland feiert Liszts 200. Geburtstag (von Antje Allroggen, 21.08.2011)

Schon früh bestand kein Zweifel: Der vor 200. Jahren im Burgenland geborene Franz Liszt schien zu Höherem bestimmt. Und deshalb trieb es den großen Virtuosen auch schon früh in die Welt hinaus. Doch immer noch erinnern in seiner Heimat viele Spuren an die Wurzeln des Weltenbürgers Liszt.

Im Jahre 1811 kreiste etwas Sonderbares über die nördliche Hemisphäre der Erdkugel: der Große Komet. Sein Schweif wurde Mitte Oktober auf hundert Millionen Meilen geschätzt. Ab August hatte er sich in zwei fast rechtwinklig abstehende Teile gespalten. Ein astronomisches Wunder, das selbst Napoleon derart faszinierte, dass er Astronomen konsultierte. Die Himmelserscheinung nahm er als gutes Omen für seinen geplanten Russlandfeldzug. Auch im Burgenland war der Große Komet zu sehen. Er tauchte die pannonische Landschaft in ein sphärisches Licht. Ihm wurde auch Einfluss auf die Weinernte in jenem Jahr zugerechnet: Flaschen des berühmten „Cometenweines“ fanden sich noch Jahrzehnte nach diesem Ereignis auf den teuersten Auktionslisten wieder. 

Kurz bevor der Große Komet im Burgenland aufgetaucht war, ließ sich eine junge Frau von einer Zigeunerin Schicksalhaftes aus der Hand lesen. Die Zigeunerin prophezeite Anna Maria Liszt, der Frau von Adam Liszt, einem Verwaltungsbeamten und Amateur-Cellisten am Hofe Ésterhazy in Eisenstadt, die Geburt eines berühmten Sohnes. Und so geschah es: Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding, das damals noch zu Ungarn gehörte, geboren.

„Mein Sohn, du bist vom Schicksal bestimmt! Du wirst jenes Künstlerideal verwirklichen, das vergeblich meine Jugend bezaubert hat“, schrieb Adam Liszt noch am Tage der Geburt seines einzigen Kindes in sein Tagebuch. Schon früh bestand kein Zweifel: Franz Liszt schien zu Höherem bestimmt. Und deshalb trieb es den großen Virtuosen auch schon früh aus dem Burgenland hinaus. Anlässlich seines 200. Geburtstages erinnert nun seine Heimat an die Wurzeln des Weltenbürgers Franz Liszt.

In der Unterfrauenhaider Pfarrkirche, bei Raiding gelegen, wurde der kleine Franz 1811 getauft. Der Ort wurde bereits 1222 als Dorf der Heiligen Maria zum ersten Mal erwähnt. Der passende Ort für die Taufe eines außergewöhnlichen kleinen Jungen also. Die Kirche gehört zu den wenigen romanischen Gotteshäusern im Burgenland. Eine Marienkirche, die heute noch als Wallfahrtskirche dient. Der Legende nach beobachtete ein Schweinehirt ein geheimnisvolles Leuchten aus dem Boden, auf dem heute die Kirche steht. Er grub, bis er ein Bild der Muttergottes mit dem Jesusknaben in der Erde fand. Das Altarbild „Maria Himmelfahrt“ aus dem Jahr 1880 nimmt auf diese Legende Bezug.

Das Taufbecken ist im Original erhalten und Teil einer kleinen Ausstellung. Die Prophezeiung der Zigeunerin wird hier ebenso in Szene gesetzt wie der Große Komet. Auf ihn bezieht sich eine große Rauminstallation, die den Kometenstaub von einst in blaues Neonlicht taucht und dabei sicherlich auch auf die romantische Suche nach der Blauen Blume anspielen will. Das Licht zieht sich leitmotivisch durch alle Ausstellungen, die man in diesem Jahr anlässlich des 200. Liszt-Geburtstags besuchen kann. Und ein wenig fragt man sich, wie Herrn Liszt diese kleine Verkitschung wohl gefallen hätte.

Seine ersten zehn Lebensjahre hat der junge Liszt im mittelburgenländischen Raiding verbracht. Ein beschauliches, etwas verschlafen wirkendes Dörfchen nahe der ungarischen Grenze, dem man heute noch anmerkt, dass nur wenige Kilometer von hier der Eiserne Vorhang für ein abruptes Ende der Idylle sorgte. Das Geburtshaus Liszts ist ein alter Meyerhof, heute Museum. Johann Steurer leitet das Haus seit über 30 Jahren.

„Der Vater von Liszt war Angestellter von Ésterhazy, und das war ein Meierhof. Das war früher ein größeres Gebäude. Und der Teil, der übrig geblieben und heute als Museum eingerichtet ist, ist wirklich nur ein kleiner Teil des großen Gebäudes. Es ist 1587 gebaut worden, hat verschiedene Besitzer gehabt und ist seit 1971 im Besitz der Gemeinde beziehungsweise der Verwaltung des Landes Burgenland.“ 

Man kann sich gut vorstellen, wie der junge Liszt aus einem der Fenster des weiß getünchten Hofes schaute und sich in der pannonischen Weite der hiesigen Landschaft beinahe verlor und vor seinem inneren Auge die Noten plötzlich zu tanzen anfingen.

„Die ungarischen Rhapsodien von Franz Liszt, die sind auch durch die Musik der damals sogenannten Zigeuner inspiriert worden, dann hat er diese Rhapsodien geschrieben. Also so gesehen ist schon ein gewisser Bezug gegeben zu dieser Landschaft. Nicht speziell zu Raiding, aber zu dieser Landschaft auf jeden Fall. Und Franz Liszt hat sich sehr von seinen Reisen inspirieren lassen.“ 

Am Eingang in Liszts Geburtshaus sind zwei Tafeln angebracht, die auf die gelebte Zweisprachigkeit im Burgenland verweisen. Liszt selber hat hier nur die ersten Jahre seiner Kindheit verbracht, bevor seine Eltern mit ihm nach Wien zogen, als Liszt gerade einmal zehn Jahre alt war. Einen Teil seiner ungarischen Wurzeln habe sich der Komponist aber zeitlebens bewahrt, ist Klaus-Jürgen Bauer überzeugt. Er ist Architekt und hat dem diesjährigen Liszt-Festival eine zeitgemäße Form gegeben:

„Na, ja, er ist halt in Ungarn aufgewachsen und geboren worden ... und hat dann auch in dieser Zeit der Spätromantik sich sozusagen rematerialisiert. Er hat ja nicht ungarisch gesprochen, ja. Aber er hat sich als Ungar inszeniert, so wie er sich später als Abbé inszeniert hat in der römischen Zeit. Das entspricht glaub ich ganz gut dem Lebensgefühl des romantischen 19. Jahrhunderts. Auch nach der Biedermeierzeit ist das ja weiter gegangen, und da wurden einfach Identitäten konstruiert, und er hat es sich leisten können, in seiner singulären Situation, dass er jede Identität annehmen konnte, die er wollte, weil er einfach Franz Liszt war, einfach eine wirkliche Welt-Sensation. So muss man das sehen. Und ich glaube, die Geschichte ist so gewesen, es gab in Ungarn ein Unwetter. Eine große Überschwemmung, genau. Und er hat dann Hilfskonzerte organisiert, weil er gesagt hat, er hilft jetzt seinen Landsleuten. Und die Ungarn sind für solche Gesten immer sehr aufgeschlossen. Das war einfach für beide Seiten eine fruchtbare Symbiose.“ 

Im Winter 1839 zog es Liszt als 28-jähriger Jung-Virtuose an die Orte der überschwemmten Donau nach Pest und Pressburg zurück. Dort spielte er für die Opfer des Hochwassers und wurde von den Ungarn äußerst herzlich aufgenommen. Liszt spielte seine Fantasie über ungarische Volksmelodien dann unter großem Applaus seiner Zuhörer. Das rührte das Publikum schon während der ersten Takte zu Tränen.

Die Ungarn erkannten in Liszts Spiel den gelebten Ausdruck ihrer Freiheitsliebe. Und auch Liszt fing an, von den Ungarn zu schwärmen: „Robuste Lungen, edelmütige und stolze Herzen“, hätten die Ungarn, meinte er.

Auch die Klänge der Zigeunermusikanten mischten sich gerne in seine Kompositionen. Ungarn, das bedeutete für Liszt eine unbeschwerte, kurze Kindheit in der pannonischen Tiefebene, das erdverbundene Spielen mit Kindern im Heu, andächtige, tiefgläubige Menschen. Ungarn war sein wildes und fernes Vaterland. Seine Vaterlandsliebe prägte von nun an auch sein Erscheinungsbild: Selbstbewusst trug Liszt die „Attila“, einen schnürenbesetzten Rock der ungarischen Nationalgarde. Sogar einen ungarischen, mit Edelsteinen besetzten Säbel hängte er sich um. Die Sprache wenigstens zu verstehen, lernte er allerdings erst sehr viel später. Auf zahlreichen Porträts ist Liszt als langmähniger Schönling mit klar erkennbarem Drang zur großen Geste zu sehen. 

Und auch das burgenländische Festival feiert den Weltbürger als einen der ersten großen Superstars: Zur Corporate Identity der Veranstaltungen haben die Veranstalter Franz Liszt eine modische Pilotenbrille verpasst. Der ergraute langhaarige Museumschef aus Raiding, Johann Steurer, trägt das Konterfei des großen Sohnes als Button an seinem Revers:

„Er hat so ausgesehen. Und er war körperlich gesehen nicht sehr groß, aber er hat gewusst, was er kann. Er war ein fescher Mann, war immer nach der neuesten Mode gekleidet, er hat sich fast für jedes Konzert neu einkleiden lassen. Er konnte es sich auch leisten , und er war auch mit heutigen Maßstäben gemessen ein attraktiver Mann. Und außerdem konnte er Klavier spielen wie kein Zweiter.“ 

Sein exaltiertes Äußeres, die eiserne Disziplin, als Virtuose in den besten Konzerthäusern Europas zu gastieren und seine manisch, mitunter diabolische Musik machten aus dem jungen Liszt schnell einen Superstar, der besonders beim weiblichen Publikum äußerst beliebt war. Diese Lisztomania zeichnen nun die Ausstellungen anlässlich seines 200. Geburtstags im Burgenland nach.

„Das Wort Lisztomania, die englische Fassung, geht auf Heinrich Heine zurück, und zwar anlässlich der Berliner Konzerte. Es war also 1840, 1841, und da sind die Frauen reihenweise in Ohnmacht gefallen, und es hat wirklich schon an Hysterie gegrenzt, eben weil der Franz Liszt ein Superstar gewesen ist. Und Heinrich Heine hat dann das Wort Lisztomanie geprägt. Das hat man jetzt in die heutige Zeit übernommen, es ist das Motto des heurigen Liszt-Festivals beziehungsweise des 200. Geburtstags von Franz Liszt.“

Direkt neben seinem Geburtshaus steht seit 2006 ein neuer Konzertsaal, das Lisztzentrum. Ein wenig wirkt es wie ein UFO, das 200 Jahre nach dem Besuch des Kometen eher zufällig neben dem Lisztschen Meyerhaus im Burgenland gelandet ist. Ein moderner, wenn auch sehr bescheiden daher kommender Konzertsaal aus Glas und Fichtenholz, der für seine Akustik bereits jetzt legendär ist und - nicht nur zum Liszt-Festival - viele prominente Musiker aus aller Welt ins Burgenland lockt.

Ivo Pogorelich war da, und Martin Haselböck ist in Raiding mit seiner Wiener Akademie immer wieder zu Besuch. Er hat sämtliche Orchesterwerke des Weltenbürgers auf Originalinstrumenten eingespielt. Unter dem Motto The Sound of Weimar erklingen noch bis 2012 verschiedene Konzerte. Zu hören sind tiefer gestimmte Originalbläser, die schon zu Liszts Zeiten gespielt wurden und nun in Vitrinen innerhalb des Konzerthauses zu bestaunen sind. Ein kleiner Ausschnitt aus Liszts Sinfonie nach Dantes Divina Commedia: Im Haydn-Haus ziehen die Ausstellungsmacher Parallelen zwischen Haydn und Liszt als Kapellmeister in Eisenstadt beziehungsweise in Weimar. Sigrid Weiss, Pressesprecherin im Burgenland:

„Das hier ist der Auftakt zu der Lisztomania-Ausstellung. Was wir hier im Haydn-Haus machen, ist einen Vergleich herzustellen zwischen Joseph Haydn und Franz Liszt, wo es einige Gemeinsamkeiten gibt, aber auch große Unterschiede natürlich zwischen den beiden. So viel Zeit ist ja nicht dazwischen, aber die Ämter als Hofkapellmeister waren ihnen sozusagen gemeinsam, wie sie sie ausgefüllt haben war schon sehr verschieden. Joseph Haydn war noch sehr traditionell, Franz Liszt schon eher revolutionärer in Weimar, der hatte da durchaus schon für Kontroversen gesorgt. Beide gelten in der Musikgeschichte in ihrer Form als Revolutionäre und haben Neues erfunden. Dieses Spannungsfeld zwischen beiden großen Künstlern, die im Burgenland gewirkt haben und geboren sind, wollen wir halt hier im Haydn-Haus thematisieren.“ 

In einer Vitrine werden so etwa die Kleidung Liszts und Haydns gegenübergestellt. Eine ungarische Fantasieuniform steht also neben einem bescheidenen konventionellen Frack, eine gepuderte Perücke neben einem Komponisten-Porträt mit wallenden Haaren. Gesprochen wird auch von Liszts Zeit als außerordentlicher Hofkapellmeister in Weimar. Diese Stelle hatte er 1841 angenommen. Er reiste aber weiterhin als Klaviervirtuose durch Europa. Wenig später zog seine Geliebte mit ihrer Tochter nach, weiß Ausstellungs-Kuratorin Theresia Gabriel:

„Er hat auf seiner Konzerttournee in Kiew bei einem Konzert Fürstin Caroline Sayn-Wittgenstein kennengelernt. Das dürfte wirklich die Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Die Fürstin war verheiratet mit Fürst Sayn-Wittgenstein, hat damals aber schon getrennt von ihrem Mann gelebt und ist dann Franz Liszt nach Weimar gefolgt, gemeinsam mit ihrer Tochter Marie und hat dann in wilder Ehe in der Altenburg mit Franz Liszt gelebt. Natürlich war der Weimarer Hof sehr konservativ, hat diese Verbindung natürlich nicht akzeptiert, und Fürstin Caroline wurde quasi zur Persona non grata erklärt.“ 

Von dieser innigen, wenn auch komplizierten Beziehung erzählen uns zwei eng ineinander verschlungene Hände von Franz und Caroline, die neben einem Gebetbuch aus dieser Zeit in einem kleinen Nippesschrank liegen. Und so reiht sich ein wenig detailverliebt eine Trouvaille neben die andere.

Als die Damen Karmelienblumen auf den gut aussehenden begnadeten Hexenmeister am Klavier regnen ließen, hatte Liszt seiner Heimat schon längst den Rücken gekehrt. Ihm war es im Burgenland schnell zu eng geworden, auf zahlreichen Konzerttourneen reiste er durch ganz Europa. Das Landesmuseum Burgenland in Eisenstadt versucht nun, ein wenig Glanz aus dieser Zeit in die österreichische Heimat zurückzuholen. Die Liebe zu Liszt wird mit einer wahren Lisztomania verglichen, der burgenländische Musiker mit den Popstars aus dem 20. Jahrhundert. 

„Dann haben wir die Lisztomania Beatlemania, weil die Lisztomania war ja eigentlich namengebend für alle Manias, die im 20. Jahrhundert folgten: Beatlemania, Starmania und so. Dann gibt's einen Exkurs. Franz Liszt ist mit der Postkutsche gereist, und heute besteht so ein Tourtross aus bis zu 100 Lkws, Müllwagen, Rettungsautos, Flugzeugen, Autobussen, und, und, und.“

Franz Liszt verfügte durchaus über Qualitäten, die ein heutiger Star unbedingt braucht: gutes Aussehen, unkonventionelle Kleidung, theatralische Gesten. In einer Vitrine treffen so E-Gitarre, eine Kostümierung von Elvis sowie ein Abguss der Hand von Franz Liszt aufeinander. 

Während es Liszt mit Carolyna von Sayn-Wittgenstein 1848 nach Weimar zieht, bleiben wir zurück im beschaulichen Burgenland. Sogar der letzte Winkel gedenkt hier nämlich in diesem Jahr an seinen großen Sohn. Selbst in Halbturn, einer Gemeinde mit 1921 Einwohnern an der unmittelbaren Grenze zu Ungarn, feiert man mit. Denn hier finden alljährlich im Sommer Schlosskonzerte statt, die in diesem Jahr natürlich auch Klavierkonzerte von Franz Liszt im Schlossgarten erklingen lassen.

Eine barocke Schlossanlage, die von 1701 bis 1711 von Johann Lucas von Hildebrandt erbaut worden war und in diesem Jahr 300. Geburtstag feiert. Keine Geringere als Maria Theresa erwarb 1765 das Schloss von der ungarischen Krone, zu der die Anlage damals gehörte, und schenkte es ihrer Lieblingstochter Erzherzogin Marie Christine zu ihrer Hochzeit. Zu diesem Anlass wurde auch das Deckenfresko „Triumph des Lichtes“ von Franz Anton Maulbertsch in Auftrag gegeben. Obwohl ein Brand im Jahr 1949 das komplette Schloss zerstörte, blieb wie durch ein Wunder der große Mittelsaal samt Fresko erhalten. Durch die finanzielle Unterstützung von Staat und Land wurde der Bau dann nach seinem historischen Vorbild wieder aufgebaut. 

Seit 2008 ist Schloss Halbturn in Besitz von Markus Graf zu Königsegg-Aulendorf und seiner Frau Philippa. Beide durchaus gebürtige Nachfahren für diese Schlossanlage mit ihrer langen Tradition. Die Gräfin ist Präsidentin der Halbturner Schlosskonzerte, holte die Hochkultur in die tiefe Provinz der Puszta und kam vor 20 Jahren nach ihrer Heirat aus den Bergen in die österreichische Tiefebene: „Das ist eine total andere Landschaft. Ich komme aus dem Gebirge, dem Arlberggebiet, und hier ist doch die Ebene, die Puszta, kann man schon sagen. Und das ist wie eins zu hundert, das ist wirklich ein krasser Kontrast.“

„Es ziehen ganz viele wieder hierher zurück. Man sieht ja auch, es werden viele Häuser gebaut, es werden Wohnsiedlungen gebaut, weil die eben die ganze Jugend sag ich mal wieder zurück kommt. Die sehen die Qualität, das Leben auf dem Land, das ist nicht einzutauschen mit dem Leben in der Stadt.“ 

Als Franz Liszt in den 1820er-Jahren das Burgenland verließ und solange in die weite Welt zog, bis Weimar knapp 30 Jahre später zu seinem „Fixstern“ wurde, da verkrafteten die Burgenländer diesen Abschied ohne allzu großen Abschiedsschmerz. Die einzigartige Landschaft blieb, der Eiserne Vorhang fiel, die Touristen kamen, etwas später dann auch der hochwertige Wein, und auch andere Musiker. Die brachten es zwar nicht zu Weltruhm wie der einstige Metropolen-Virtuose, blieben dafür aber dem Burgenland treu. Der echte Burgenländer liebt eben das Bodenständige, und Ausnahmen bestätigen die Regel.